DAS AKTUELLE INTERVIEW

Ich kann mein Hobby leben

Wer sich tiefer mit Feuerwehr- fahrzeugen befasst oder einen Bezug zu den Feuerwehren im Raum Düsseldorf hat, der kommt um die Internetseite von Jürgen Truckenmüller nicht herum. Obwohl nicht selbst bei der Feuerwehr porträtiert der Rheinländer unter www.truckenmueller.de seit einigen Jahren durch tausende Bilder die Entwicklung der Einsatzfahrzeuge in seiner Heimatstadt.

 

 

FEUERWEHR: Herr Trucken-müller, wer auf Ihrer Internetseite länger war, der kennt wohl jedes Blaulichtfahrzeug in Düsseldorf. Wie kommt man zu so einem Hobby?

 

Truckenmüller: Wie viele andere Jungen auch habe ich in meiner frühen Jugend eine Modelleisenbahn gehabt und bin dadurch zum Sammeln von Wiking-Autos gekommen. Ein Großteil davon waren Feuerwehrfahrzeuge. 1978 bin ich dann der DLRG Düsseldorf beigetreten, und wurde dort zum Rettungsschwimmer ausgebildet. Dadurch haben sich erste Berührungspunkte zur Feuerwehr ergeben. Heinz Diell, damals Wachabteilungsführer auf der Wache Behrenstrasse, hat mich eines Tages auf die Feuerwache eingeladen. Bei diesem Besuch habe ich meinen Fotoapparat mitgenommen und die ersten Bilder gemacht. Der Bazillus hatte mich gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen.

 

FEUERWEHR: Wie ging es anschließend weiter?

 

Truckenmüller: 1998 habe ich mit dem Aufkommen des Internets eine eigene private Seite aufgebaut, die allerdings noch keinen echten Bezug zur Feuerwehr hatte. Zufällig habe ich in dieser Zeit in einer Newsgroup eine Nachfrage nach Bildern des damals neuen Düsseldorfer GW-ÖL gelesen. Die Seite der Feuerwehr war damals nicht sonderlich gepflegt und Bilder des Fahrzeuges gab es laut Antwort auf die Frage auch keine. Aber ich hatte gerade zwei Tage zuvor welche gemacht! Also stellte ich sie auf meine Seite. Kurz darauf wurde ich gefragt, ob ich denn auch Bilder von den neuen Kommandowagen hätte. Und da ich auch diese Bilder hatte kamen die ebenfalls ins Netz.

So wuchs der Bestand an Fahrzeugbildern immer mehr an, und ich entschloss mich schließlich aus diesem Sammelsurium eine „richtige Seite“ zu machen. 

 

FEUERWEHR: Heute kann man bei Ihnen nicht nur alle Fahrzeuge der Feuerwehr Düsseldorf sehen, sondern auch die der Werkfeuer-wehren, der Hilfsorganisationen und sogar anderer Einheiten in der Landeshauptstadt.

Truckenmüller: Richtig, auf der Seite sind auch die Einsatzfahrzeuge der Rheinbahn, der Bezirksregierung, der Stadtwerke und anderer Einrichtungen zu sehen. Hinzu kommen diverse Feuerwehren aus dem Umland.

FEUERWEHR: Wie kommen Sie zu all diesen Kontakten?

Truckenmüller: Kaum zu glauben, aber inzwischen werde ich von den Feuerwehren angesprochen! Leider habe ich zu wenig Zeit für all die Angebote, auch wenn ich am Wochenende meist unterwegs bin um Bilder zu machen. Viele Feuerwehren geben sich jedoch richtig viel Mühe, wenn ich komme. Zuletzt war ich in Dinslaken, dort hat man alle Fahrzeuge auf der Trabrennbahn  in Position gestellt und auch noch ein Hubfahrzeug für Bilder aus der Höhe organisiert  Dieser Termin war ein absolutes Highlight und natürlich etwas ganz Besonderes! Aber auch die anderen Feuerwehren waren immer sehr hilfsbereit. 

FEUERWEHR: Wahrscheinlich besonders auch in Düsseldorf, ihrer Heimatstadt?

Truckenmüller: Ja, die Branddirektion hat mich von Anbeginn an immer unterstützt und die Mannschaften auf den Wachen sowie bei den Freiwilligen kamen mir bei meinen Aktionen entgegen. Ohne diese Unterstützung von allen Beteiligten wäre die Seite so auch gar nicht möglich gewesen. Inzwischen nennt man mich auch scherzhaft „Private Außenstelle der Feuerwehr Düsseldorf“. Die Branddirektion verweist inzwischen schon Externe auf meine Seite wenn es um den Fahrzeugpark der Feuerwehr geht.

FEUERWEHR: Und dennoch sind Sie nicht Mitglied der Düsseldorfer Feuerwehr geworden?

Truckenmüller: Doch, wenn auch nicht als aktives Mitglied, so hat mich die Löschgruppe Garath als Ehrenmitglied aufgenommen. Beruflich habe ich eine kaufmännische Ausbildung gemacht, zudem bin ich Brillenträger, daher habe ich die Sache dann auch nicht weiter verfolgt. Später hat es sich dann mit dem Alter für den Einstieg in den Einsatzdienst erledigt gehabt. 

 

FEUERWEHR: Aber Sie pflegen weiter den Kontakt und beschäftigen sich mit der Thematik wohl mehr als manch anderer Feuerwehrmann! 

 

Truckenmüller: Ja, das kann man so sehen! Es haben sich wirklich viele Kontakte entwickelt. Und auch über die Rückmeldungen freue ich mich, so hat mich ein Aufbauhersteller zu einem Besuch eingeladen und sogar das BBK aus Bonn hat sich bei mir gemeldet! Von den Gästebucheinträgen aus dem ganzen Bundesgebiet ganz zu schweigen. Viele Feuerwehren mit alten Düsseldorfer Fahrzeugen melden sich mit Bildern bei mir, die kommen natürlich auch auf die Seite.

 

FEUERWEHR: Wieviele Besucher haben Sie denn eigentlich auf Ihrer Internetseite? 

 

Truckenmüller: Geschätzt 4,5 Millionen  waren es bisher in all den Jahren. Im Monat sind es heute rund 40-50.000, davon auch Besucher aus Skandinavien, Großbritannien, den USA, und anderen Ländern!

 

 

Urs Weber

 

Das Interview ist in Heft 12.2008 bei UB Feuerwehr erschienen